Ein 4,5 Millionen Dollar teueres Schwimmbad hat die texanische Stadt Arlington ihrer Partnerstadt Bad Königshofen am Samstag gewidmet. Bürgermeister Clemens Behr aus Bad Königshofen überreichte eine Fahne mit den Wappen beider Städte. Die Bad Königshofener kamen übrigens "steinreich" am Dienstag wieder nach Hause. Sie erhielten als Erinnerung an den bedeutungsvollen Tag einen 1,5 Kilogramm schweren Stein mit der Gravur des Eröffnungstages. Für rund eine halbe Stunde nahmen die Gäste aus dem Grabfeld und Bürger aus Arlington das neue Schwimmbad, eines von insgesamt acht der Stadt Arlington, in Besitz. Es verfügt über eine Riesenwasserrutsche, zwei Schwimmbecken und einen Wassererlebnispark.
Die Bürgermeister beider Städte unterstrichen die Freundschaft, die weiterhin fest wie ein Stein sein soll. Deshalb gab es für die Bad Königshofener auch diesen Stein, sagte Arlingtons Stadtoberhaupt Robert Cluck. Das neue Schwimmbad befindet sich in einem von der Stadt Arlington ausgewiesenem Bad Königshofen Park. Ein ganz besonders Zeichen der Freundschaft zwischen der texanischen Stadt und Bad Königshofen. Schade nur, daß kaum Zeit für die Bad Königshofener blieb, das neue Bad auch zu nutzen. Einige nahmen sich jedoch die Zeit und kühlten sich bei Temperaturen von bis zu 37 Grad wenigstens kurz einmal ab. So wie Lorenz und Marianne Hahn, die das Bad als einen Traum bezeichneten. Es sei unbeschreiblich schön, man könne darin ausgiebig schwimmen. "Als Freundschaftszeichen überwältigend," fügte Ingrid Behr hinzu.
Verständlich, daß die Franken sich einig waren, daß diese Städtepartnerschaft, die mit eine der ältesten noch intakten in Deutschland ist, auch weiterhin mit Leben erfüllt werden sollte. Günter Grell war mit seiner Frau bereits zum zweiten Mal in Arlington und lobte vor allem die Gastfreundschaft. Wichtig sei es deshalb, daß die Partnerschaft auch weiterhin aktiviert werden. Man sei in Gastfamilien untergebracht und erlebe hier eine ganz besondere Gastlichkeit. Roland und Hildegard Schunk wiederum waren sich einig, daß es eine Freude ist, dies alles mit zu erleben. Ewald Seifert schließlich meinte, daß es wichtig sei, daß die Partnerschaft weiterhin so aktiv bleibe wie bisher. "Wir freuen uns schon jetzt darauf, Gäste aus Arlington in Bad Königshofen zu begrüßen." Nicht vergessen dürfe man, was die Stadt Arlington 1951 für die Bürger von Bad Königshofen getan habe, stellte Rosemarie Polzer fest. Sie selbst war über die Größe des neuen Schwimmbades überrascht und sehr angetan.
Das hatte zuvor auch Bürgermeister Clemens Behr in seinem Grußwort unterstrichen, wobei er erstmals mehr als nur die Anwesenden in englisch begrüßte. Die Gäste aus Arlington waren vor allem aus dem Häuschen, als Behr in der Landessprache meinte, daß man sich freue, wenn Freunde aus Arlington nach Bad Königshofen kommen, allerdings nicht alle auf einmal, da dies bekanntlich dann 350.000 wären. Diese alle aufzunehmen, wäre Bad Königshofen dann doch ein bisschen zu klein. Behr erinnerte in seiner Rede auch an die Anfänge vor 55 Jahren und die langjährige Verbindung. Er verwies auf den damaligen Bürgermeister von Arlington, Tom Vandergriff und an den einstigen Stadtinspektor Kurt Zühlke aus Bad Königshofen, die beide diese Partnerschaft gegründet haben. Dank sagte Behr nochmals für die Hilfe, die die Bürger im Grabfeld damals erhalten haben. Erneut habe die Stadt Arlington nun einen Höhepunkt geschaffen. Das neue Bad Königshofen Family Aquatic Center sei wunderbar und man sei stolz darauf, daß es den Namen Bad Königshofen trägt. Behr: "Wir sind einfach happy."
Für Bürgermeister Robert Cluck aus Arlington war dies ebenfalls ein besonderer Tag, nicht nur weil dies die 8. große Schwimmbadanlage der Stadt ist. Und auf die Frage, warum, man dieser Anlage den Namen der Partnerstadt gab, meinte Cluck, daß dies einfach als Zeichen der Freundschaft gewertet werden sollte. Mehr nicht. "Wir sind Freunde und werden es hoffentlich auch in Zukunft bleiben," stellte das Arlingtoner Stadtoberhaupt fest. Und genau so sahen es auch die Bürger der texanischen Stadt. Es sei eine schöne Sache und auch wichtig, daß die Freundschaft zwischen beiden Städten weiter besteht. Da in Arlington auch viele Deutsche leben, freut es diese besonders in ein Bad zu gehen, daß den Namen einer deutschen Stadt trägt. Ganz wichtig sei es solche Städteverbindungen aufrecht zu erhalten und weiterhin durch solche Besuche zu festigen. "Wir freuen uns, daß wir so immer wieder auch an Deutschland und unsere Heimat erinnert werden." fügte die Arlingtoner hinzu. Linda Freeman, einst Chefsekretärin des Bürgermeisters von Arlington unterstrich besonders die enge Verbindung beider Städte durch die Freundschaften der Bürger. Das müsse unbedingt auch weiterhin so bleiben.
Die Bad Königshofener Delegation war in Arlington nach einer Rundreise nach Waco, San Antonio und Austin am Donnerstag eingetroffen. In der Universität gab es ein erstes Kennenlernen mit den Gastfamilien bevor man General Motors besichtigte und hier in einem rund zweistündigen Rundgang gezeigt bekamen, wie ein Auto entsteht. Pro Tag werden in der Firma zwischen 800 und 1.000 Autos hergestellt. General Motors war einst der Grundstein für die Größe, die die Stadt Arlington heute hat. Informationen bei der Firma "Siemens" gab es im Anschluß, wobei die Gäste aus Franken hier erfuhren, daß das Unternehmen, daß ja weltweit einen Namen hat, sich in Arlington vor allem im Bereich von Briefsortiermaschinen für die Post aktiv ist. Die Tour führte dann weiter in das Baseball Stadion und dort in das Universitäts- Glasbläseratelier der Universität von Texas. Dem schloß sich ein Empfang im Rathaus von Arlington durch Bürgermeister Robert Cluck an. Mit einem großen Western-Abend im neuen Family Aquatic Center endete der Tag. Auf dem Programm standen am nächsten Tag ein Besuch im großen Universitäts- Planetarium, sowie ein Rundgang zu den historischen Plätzen der Stadt Arlington.
Hier waren die Bad Königshofener auch an der Stelle, an der einst der Bahnhof von Arlington stand. Dort ist noch die hölzerne Rampe vorhanden, auf der 1951 die Hilfslieferungen nach Königshofen verladen wurden. Noch heute führt hier die Bahnlinie vorbei. Ein besonderer Platz, meinte Bürgermeister Clemens Behr und Bruce Maxwell, Chefreporter der örtlichen Zeitung "Star Telegram" meinte dazu: "Diese Balken und Bretter sind ein Stück Geschichte." Heute noch sind ganz in der Nähe auch die ersten Häuser der damaligen Stadt Arlington zu sehen, die 1951 rund 8.000 Einwohner zählte. Hier findet man noch einen "Tante Emma-Laden" ebenso wie eine Schule und zwei Wohnhäuser aus Holz errichtet. Ein Besuch wurde natürlich dem Museum of Art abgestattet, bevor man in J.Gilligans Restaurant zu Abend aß und dann eine Country Music Revue erlebte. Der Sonntag brachte die Möglichkeit zu Gottesdiensten, eine Einladung zum Mittagessen im Buck-n-Loons-Restaurant und dann Gelegenheit zum Einkaufen im "The Parks Mall" einem großen Einkaufszentrum. Die Reise nach Arlington endete mit einer Abschlussfeier bei der Familie Bailey und Connie Ruff, wo Musiker aus Bad Königshofen, mit Bürgermeister Clemens Behr, Stadtkapellmeister Otmar Steinruck, Roland Schunk, Gerhard Hammer, Adolf Herda und Thomas Weigand dem Abend eine besondere Note gaben.
Quelle: Hanns Friedrich
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