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Startseite Aktuelles 35 Gäste aus Arlington/Texas in der Partnerstadt
35 Gäste aus Arlington/Texas in der Partnerstadt PDF Drucken E-Mail

Fahnen aus Texas, Arlington und Bad Königshofen am Rathaus

arlington_01Wenn ab heute abend die Fahnen der Stadt Arlington, des Staates Texas und der Stadt Bad Königshofen am Bad Königshofener Rathaus wehen, dann ist allen klar: Es sind wieder Gäste aus der Partnerstadt Arlington/Texas in der Stadt. 35 an der Zahl, sagt Bürgermeister Thomas Helbling und nennt dies eine große Delegation. Früh aufstehen hieß es für Bad Königshofener, die um 6 Uhr am Busbahnhof Tuchbleiche in Richtung Flughafen Frankfurt fuhren, um dort die 35 Texaner zu begrüßen. "Wir freuen uns auf den Besuch und haben deshalb auch ein entsprechendes Programm erarbeitet," sagt der Bürgermeister.

Immerhin sind es 60 Jahre, daß die Freundschaft mit Arlington/Texas besteht. Eine Städtepartnerschaft, die heut noch lebendig ist und gelebt wird. Sie ist damit die älteste, noch intakte Partnerschaft aus dieser Zeit. Vor genau zehn Jahren wurde deshalb die Stadt von der amerikanischen Botschaft in Regensburg mit einer Urkunde ausgezeichnet. Der vor einigen Jahren gestorbene einstige Stadtinspektor Kurt Zühlke und seine Frau Edith hätten es sich nie träumen lassen, daß diese Freundschaft so intensiv wird. Zühlke war es, der Anfang 1951 das Angebot einer Studienreise aufgriff, um Amerika und seine Bewohner kennen zu lernen.. Interessant: Arlington hatte damals rund 7.000 Einwohner, Bad Königshofen gerademal 3.000. Heute zählt Arlington 350.000 Bürgerinnen und Bürger, Bad Königshofen etwas mehr als 7.000. Als im Jahr 1988 erstmals eine Delegation aus Bad Königshofen nach Arlington flog, da konnte Kurt Zühlke nicht mehr mit. Allerdings übersandte er damals Grüße aus Bad Königshofen per Video und erzählte auch die Geschichte vom Beginn der Partnerschaft.


arlington_02Kurt Zühlke kam damals auch nach Arlington in Texas und führte dort Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Tom Vandergriff. Er erzählte von der kleinen Stadt Königshofen, von der ehemaligen Festung und auch von der Not und vom Leid nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit waren viele Flüchtlinge in der Stadt und die Bevölkerung benötigte dringend Hilfe. Der vor kurzem verstorbene Vandergriff war von den Erzählungen Zühlkes so angetan, daß er spontan beschloß zu helfen. Gemeinsam mit Bürgermeister Vandergriff besuchte der Königshofener Stadtinspektor verschiedene Vereine und Verbände, darunter auch den Lionsclub. Mit dabei war auch die Mutter von Theda Howell, die Baptistin war und ihre Kirchengemeinde mit einschaltete. Es gab Interviews in den Zeitungen und im Radio und schließlich den Aufruf zur Hilfsaktion.

Im Frühjahr 1952 kam dann die erste Hilfssendung nach Königshofen im Grabfeld. In den Paketen waren vor allem Kleider und auch Konserven, Mehl- und Zucker in Säcken, außerdem Knöpfe, viele bunte Stoffe, Nähfaden und Seife. Die Königshofener Bevölkerung nahm dies dankbar an. Bei einer Ausstellung vor zehn Jahren in der Schranne von Bad Königshofen zeigte sich, daß viele Königshöfer heute noch Geschenke von damals zu Hause haben, ja sogar Kleidungsstücke und, daß sie sich vor allem an diese Zeit zurückerinnern. Per Schiff kamen die Sachspenden in Hamburg an und wurden vom damaligen Unternehmer Hausmann nach Bad Königshofen gebracht. Bilder von damals zeigen die Freude der Königshofener, die die Lkws am Stadtrand begrüßten. In der heutigen Markthalle wurden die Kisten dann gelagert und die evangelischen Kirchengemeinde Bad Königshofen übernahm die Verteilung. Noch heute gibt es die entsprechenden Unterlagen mit den Namen derjenigen, die damals von Arlington im wahrsten Sinn des Wortes beschenkt wurden.

arlington_031988 war es, daß der damalige Bürgermeister Wolfgang Mack die Initiative ergriff und mit 36 Bürgerinnen und Bürgern nach Arlington flog. Man wollte dort Dankeschön für die Hilfe sagen. Mack hatte den Ehrenteller der Stadt Bad Königshofen als Geschenk mitgebracht. Kurt Zühlke, damals Kurdirektor von Bad Königshofen, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfliegen. Dafür war seine Frau Edith mit dabei. Die Stadt Arlington war über den Besuch so erfreut, daß man spontan einen Park in „Bad Königshofen-Park“ umbenannte. Dort wurde auch eine Eiche gepflanzt, die der Bad Königshofener Max Hölzer gestiftet hatte. Im Bad Königshofen-Park gibt es mittlerweile eine große Grillhütte, die nach dem Vorbild der Grillhütte an der Rothöhe bei Bad Königshofen gebaut wurde. Einen Arlingtonpark gibt es seit den 50er Jahren bereits in Bad Königshofen. In die Fußtapfen von Wolfgang Mack trat sein Amtsnachfolger Clemens Behr, der gleich dreimal in Texas zu Gast war und hier den Ausbau der Städtepartnerschaft weiterförderte.

50 Jahre Partnerschaft wurden 2001 groß gefeiert und in Bad Königshofen und Arlington entstanden künstlerisch gestaltete Freundschaftssäulen. Zum 55-Jährigen Bestehen der Freundschaft baute die Stadt Arlington ein großes Schwimmbad, das „Bad Königshofen Family-Aquatic Center“. Dort sind am Eingang auch Mosaiken des Bad Königshofener Künstlers Fritz Toennieshen zu sehen. Mittlerweile gibt es Freundeskreise in Arlington und Bad Königshofen, die die Städtepartnerschaft aufrecht erhalten und auch Bad Königshofens Bürgermeister Thomas Helbling steht zur Städteverbindung Arlington/Bad Königshofen. Er nahm in Arlington 2009 beim „German Day“ die höchste Auszeichnung des Staates Texas gemeinsam mit Arlingtons Bürgermeister Cluck in Empfang. Als die grundlegende Sanierung der „Darre“ in Bad Königshofen anstand entschied sich die Stadt, hier eine ständige Ausstellung über die Städtepartnerschaft Arlington/Texas und Bad Königshofen zu dokumentieren.

Quelle: Hanns Friedrich

 
 
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